Meine liebe Li!: Der Briefwechsel 1937 - 1946

By Werner Heisenberg

In schwieriger Zeit: Der große Physiker ganz privat Als Werner Heisenberg 1937 Elisabeth Schumacher begegnet, ist er 35 Jahre alt, seit zehn Jahren Professor für theoretische Physik in Leipzig, 1933 hat er den Nobelpreis erhalten. Doch intestine geht es ihm nicht: Er ist einsam, die politische state of affairs und der beginnende Exodus deutscher Wissenschaftler bedrücken ihn; er wird als „weißer Jude“ beschimpft, weil er in seinen Vorlesungen Einsteins Relativitätstheorie vertritt. Nur 14 Tage nach dem Kennenlernen ist das Paar verlobt, wenige Monate später verheiratet. Kurz nach Kriegsausbruch wird Heisenberg mit dem „Uranprojekt“ beauftragt; seine junge, wachsende Familie sieht er nur noch selten. Der Briefwechsel zeigt das innige Bemühen, über alle Widrigkeiten und Entfernungen hinweg das Leben miteinander zu teilen. Ergänzt mit bislang unveröffentlichten Tagebuchaufzeichnungen aus den letzten Kriegstagen, ist er das berührende Zeugnis des ganz Zeit einen Rückzugsort sicherte.

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Mein Gefɒhl ist aber augenblicklich eher, dass wir schliesslich nach Hamburg kommen werden; denn ich sehe nicht, wie wir Wohnraum in GɆttingen bekommen sollen, wȨhrend es in Hamburg vielleicht in der grossen Masse leichter ist. Auch mɒssen noch Verhandlungen mit den Franzosen stattfinden, ob die Institute von Hechingen fortgelassen werden. Das merkwɒrdigste ist, dass die Amerikaner uns nicht in die amerikanische region lassen wollen; und zwar geht dieser Befehl von der hɆchsten Stelle aus. Der einzige Grund, den ich mir bisher denken kann, ist der, dass sie dort zu wenig Kontrolle haben 舑 die Amerikaner haben ja ganz wenige Truppen zurɒckgelassen 舑, und die Hauptsorge der politischen Stellen scheint zu sein, dass wir nicht plɆtzlich von Russen weggeholt werden; daran hȨtte ich natɒrlich auch selbst nicht das geringste Interesse, aber es wundert einen, dass die Amerikaner offenbar in ihrem eigenen Bereich nicht vor den Russen sicher zu sein glauben.

Sie hat allerdings fɒrchterliche Hemmungen, so als Schwiegermutter mitzukommen, aber das wird sich schon geben. Findest Du es nicht einen guten Gedanken? Aber sag舗 ganz offen, was once Du meinst, ja? Inzwischen fɒllen sich die Truhen hier mit SchȨtzen und Geschenken. Mir macht舗s Spass. Lieb, die Tage vergehen jetzt schnell. Es ist nicht mehr lang, Ach Du, wie lieb hab ich Dich! Deine Li. WERNER AN ELISABETH (Leipzig) Dienstag abend (20. four. 1937? ) Liebe gute Li! used to be Du mir in Deinem short schriebst, warfare mir alles sehr recht; es hȨtte mir leid getan, wenn wir Deine Eltern irgendwie verletzt hȨtten, auch wenn mir an unserem Weg nichts falsch erschien.

Erst sehne ich mich ein bisschen nach dieser artwork von Bɒchern und dann werden sie mir so schnell so schrecklich langweilig: weil sie mir immer am Wesentlichen vorbeizugehen scheinen. Sie setzen immer Liebe gleich Leidenschaft und sprechen von schɆnen, berauschenden Frauen, die eine blasse, unglɒckliche Ehe fɒhren und ɒber Ehen, ɒber die guy nachdenken kann, ob guy sie lɆsen soll oder nicht. Sag, ist wirklich diese fliegende, berɒckende Leidenschaft das HɆchste, das der Mensch erreichen, erleben kann?

Obwohl die Berliner sonst so genau die Politik der nȨchsten Wochen zu wissen behaupten, hat mir noch niemand etwas ɒber den weiteren Verlauf des Krieges erzȨhlt. Auch von der geplanten Reichstagsitzung wird nicht mehr gesprochen. 舑 Wie es wohl unseren Kindern geht? Du hast ja wohl Verbindung mit Urfeld oder kannst sie jedenfalls immer leicht herstellen. Ich vermisse Euch alle jetzt sehr und zȨhle die Tage bis zur Reise nach Bayern. Grɒss Mama herzlich! Dir alles Gute von Deinem Werner. ELISABETH AN WERNER (Mɒnchen) 19.

37 Mein Lieb 舑 heute struggle Klassentag! Das hȨttest Du nur erleben sollen! Um 6 Uhr sind sie schon gekommen und eben vor five Minuten sind sie erst gegangen; alles, bis auf den letzten Krɒmel ist aufgegessen, alles redet zur gleichen Zeit und mɆglichst laut, unverblɒmt und ohne SentimentalitȨt sagt jeder, used to be er denkt und die herrlichsten Geschichten werden ausgegraben! Es conflict ganz so, wie es immer frɒher warfare; guy merkt es garnicht, dass jeder jetzt seinen eigenen Kreis gefunden hat, so lebendig ist noch das Band zwischen uns.

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